Hundegesundheit

Zeckenzeit – The same procedure as every year

4. März 2022 |
von: admin |
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Die Zecken stehen in den Startlöchern

 

Steigen die Temperaturen – werden sie wieder aktiv 🙄. Ab ca. 6° kommen die Zecken aus ihre Winterstarre und machen sich auf die Suche nach Nahrung. Und wir, die Hundehalter, sind alle wieder auf der Suche nach dem „besten“ Mittel, gegen diese Viecher!

Leider gehören Zecken zum Leben mit einem Hund dazu. Sie sind in der Tierwelt nun mal vorhanden und wir können sie leider, leider nicht auf den Mond beamen 🚀

So klein sie sind, wir ekeln uns einfach vor ihnen. Aber ekeln wir uns weil sie so klein sind, zu den Parasiten gezählt werden oder ist es der Gedanke, dass sie schlimme Krankheiten übertragen können?
Was auch immer der Auslöser für diese unguten Gefühle ist – wir schauen uns dieses Tierchen einmal näher an.

 

Krankheiten übertragen von Zecken

 

Borreliose

Der Erreger ist ein Bakterium, sein Name, Borrelia Burgdorferi. Der Namensgeber ist der Entdecker William Burgdorfer.
Diese Bakterien leben im Darm der Zecke und werden ca. 12 bis 24 Stunden nach dem Stich übertragen. Sie vermehren sich wochenlag in der Haut und dringen danach in die Muskulatur, die Gelenke und in verschiedene Organe ein. Auch das Nervensystem kann von der Borrelia Burgdorferi befallen werden.
Die Symptome treten häuftig erst nach mehreren Wochen oder gar Monaten auf.

 

Frühsommer-Meningoenzephalitis – FSME

Das Virus wird sowohl von Larve, Nymphe und der ausgewachsenen Zecke beim Einstich aus der Speicheldrüse übertragen.
Von der Krankheit sind in erster Linie Menschen betroffen, jedoch kann das so genannte Arbovirus auch Tiere wie Hunde, Pferde und Wiederkäuer infizieren.
Grundsätzlich tragen zwischen 1% bis 4% der gemeinen Holzbock-Zecken den Erreger in sich.
Anders als bei der Borreliose oder Anaplasmose, reicht schon der blosse Zeckenstich für die Infektion aus, da die Viren sich im Speichel der Zecke und nicht im Darm befinden.
Selbst das frühzeitige Entfernen einer Zecke bietet somit keinen Schutz vor FSME.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Hunde an FSME erkranken ist relativ gering. Hunde, welche sogar Kontakt mit einer infizierten Zecke hatten, zeigten niemals Symptome. Tierärzte sind der Ansicht, dass sich viele Hunde anstecken und eine natürliche Resistenz entwickeln.
Auch liegt die Vermutung nahe, dass das Immunsystem eines gesunden Hundes stark genut ist und direkt Antikörper gegen die Antigene der Viren bilden können. Ein Immunsystem, welches nicht auf Hochtouren läuft, schafft diesen Akt jedoch nicht.
Somit erkranken meist diejenigen Hunde mit einer Vorbelastung und einem geschwächten Immunsystem und Hunde mit viel Stress (Stress schwächt das Immunsystem)

 

Anaplasmose

Die Anaplasmose ist eine verbreitete parasitäre Infektionserkrankung. Sie wird hervorgerufen von sogenannten Anaplasmen, Erregern aus der Gruppe der Rickettsien. In Europa spielt insbesondere der Holzbock eine Rolle bei der Anaplasmen-Übertragung. Die Zecke muss für die Übertragung auf den Hund, 36 bis 48 Stunden an ihm haften.

 

Babesiose

Die Babesiose ist eine durch Einzeller der Gattung Babesia hervorgerufene Infektionskrankheit  welche die roten Blutkörperchen zerstörrt.
Nachdem eine infizierte Zecke sich festgesaugt hat, dauert es ungefähr 12 bis 48 Stunden, bis sie die Babesiose überträgt. Das liegt daran, dass sich in der Zecke erst ab dem Beginn des Saugaktes die Vermehrungsformen der Babesien bilden.

 

Ehrlichiose

Auch Zeckenfieber ist eine durch Zecken übertragene Infektionskrankheit. Der Erreger ist das Bakterium Ehrlichia canis. Ehrlichiose kommt häufig im Mittelmeerraum vor und ist eine Reisekrankheit. Das Bakterium befällt die Monozyten (weisse Blutzellen). Mit dem Blutfluss im Körper breiten sie sich aus und verursachen Schäden an Blutgefässen und in verschiedenen Organen.
Im Falle eines Stichs wird das Bakterium bereits nach 3 Stunden über den Speichel an den Hund abgegeben.

 

Was ist eine Zecke überhaupt

Die Zecke ist ein achtbeiniges Spinnentier und gehört zur Gruppe der Milben. Der Körper einer Zecke ist in zwei Abschnitte gegliedert. Einen davon bilden Kopf, Rumpf und Beine – der andere Bereich ist derjenige mit dem Mundwerkzeug. Mit diesem Mundwerkzeug nimmt die Zecke ihre Nahrung auf – das Blut von Menschen oder Tieren.

 

Lebenszyklen der Zecke

Zecken entwickeln sich in drei Stadien vom Ei bis zur ausgewachsenen Zecke. Für jedes Stadium, benötigt sie eine Blutmahlzeit.

Die Larven
Das Zeckenweibchen legt im Herbst an einer geeigneten Stelle am Boden rund 2000 Eier ab. Die Eier überwintern, bis im Frühjahr mikroskopisch kleine Larven schlüpfen. Sie haben sechs Beine, sind geschlechtslos und farblos. Nach einigen Tagen verfärben sie sich dunkelbraun. Ihre Wirte sind kleine Nagetiere (Mäuse, Igel, Eichhörnchen etc.) Nach der ersten Blutmahlzeit häuten sich die Larven das erste Mal.

Die Nymphen
Es schlüpfen die Nymphen. Auch sie sind geschlechtslos, haben aber acht Beine und haben eine Körpergrösse von ungefähr einem Millimeter.
Durch ihre erlangte Mobilität können sie jetzt an Gräsern und Sträuchern hochklettern, welche ungefähr einen halben Meter hoch sind. Ihr Stechapparat ist grösser geworden und sie können grössere Wirte anfallen (Menschen, Hunde, Rehe etc.) Diese Blutmahlzeit leitet dann die Häutung ein.

Die adulten Zecken
Jetzt ist die Zecke geschlechtsreif und kann sich paaren. Nach der Paarung benötigt das Weibchen noch einmal eine Blutmahlzeit, damit die Eier ableget werden können. Während dieser letzten „Mahlzeit“, schwillt das Körpergewicht der Zecke auf das 200-fache an. Danach lässt sich die Zecke fallen, legt ihre 2000 Eier und stirbt.

 

So funktioniert eine Zecke

Die Zecke hat keine Augen und ist demzufolge blind. Dennoch findet sie ihre Opfer. Damit sie ihre Wirte (Opfer) findet, besitzt sie eine Art „Super-Fühler“, das Hallersche Organ. Es befindet sich am ersten Beinpaar der Zecke. Mit Hilfe dieses Organs nimmt die Zecke Ausdünstungen wahr. Kohlendioxid, Ammoniak, Milch- und vor allem Buttersäure. Diese Gerüche entstehen wenn ein potentieller Wirt (Mensch und Tier) atmet und Schweiss absondert. Sie nimmt nebst den Gerüchen auch Licht, Schatten und Vibrationen wahr.

Damit sie an ihre Mahlzeit „Blut“ gelangt, sitzt sie tage- oder wochenlang im Gras und im Gebüsch. Aufgrund des Geruchs (z.B. das ausgeatmete Kohlendioxid) und der Körperwärme ortet sie dann ihren Wirt und lässt sich fallen, wenn das Objekt der Begierde in ihrer Nähe ist. Sie krabbelt auf der Haut oder dem Fell herum, bis sie eine Stelle gefunden hat, an der sie andocken will. Der gezackte Rüssel bohrt ein Lock in die Haut und saugt Blut in sich auf.
Der eigentliche Stich einer Zecke tut nicht weh und ist auch nicht gefährlich. Gefährlich ist es aber dann, wenn die Zecke längere Zeit ihre Blutmahlzeit aufnimmt und durch diese Akt Viren und Bakterien in den Körper des Opfers gelangen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Zecke, wenn sie sich festgebissen hat, so schnell wie möglich wieder rausgezogen wird. Je länger sie saugt, desto höher ist die Gefahr der Krankheitsübertragung.

 

Mittel gegen Zecken

Auf dem Markt gibt es weiss nicht wie viele Mittel gegen Zecken. Die einen schwören auf die berühmte Chemiekeule, die anderen nehmen in Kauf, dass sie als Scharlatan abgetan werden, weil sie auf natürliche Zeckenprophylaxe setzen. Sprüche wie „da muss man halt auch daran glauben“, sind mir auch schon oft zu Ohren gekommen 😬.
Ich persönlich sage, dass jeder selbst entscheiden muss, welches Mittel er anwenden will. Bei dieser Entscheidungsfindung spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Zum einen kann die Angst vor den Krankheiten, welche eine Zecke übertragen kann, ein Punkt sein. Oder vielleicht liegt es auch (wenn evtl. unbewusst) an der Bequemlichkeit: ich habe doch keine Zeit meinen Hund nach jedem Spaziergang nach Zecken abzusuchen. Und es gibt bestimmt noch viele andere Gründe, welche zur Entscheidung dazu beitragen, welche Zeckenprophylaxe gewählt wird.
Was du auf jeden Fall wissen solltest, um das richtige Anti-Zecken-Mittel zu wählen, ist, wie sich eine Zecke ihr Opfer sucht und findet. Wie oben geschrieben hauptsächlich über den Geruch.

Die gebräuchlichsten Anti-Zecken-Mittel halten die Zecke nicht davon ab, auf ihren Wirt zu springen oder sich auf ihn fallen zu lassen. Das Mittel tötet die Zecke erst ab, wenn sie das „vergiftete“ Blut ihres Opfers saugt.

Parasiten müssen mit der Nahrungsaufnahme auf dem Wirt beginnen, um gegen Fluralaner exponiert zu werden. Deshalb kann ein Risiko der Übertragung parasitär bedingter Erkrankungen nicht ausgeschlossen werden.
Dieser Satz steht auf dem Beipackzettel von „Bravecto“ 😬
Anmerkung: Fluralaner ist ein synthetisches Insektizid!

Vereinzelt kann es auch bei behandelten Tieren zum Ansaugen von Zecken kommen. Unter ungünstigen Bedingungen kann daher eine Übertragung von Infektionskrankheiten nicht ausgeschlossen werden.
Dieser Satz steht auf dem Beipackzettel von „Frontline SpotOn“ 😬

 

Wir „Scharlatane“ wollen den Hund (Opfer der Zecke) für die Zecke so unattraktiv machen, wie es nur möglich ist. Das heisst für uns, alles eliminieren, was für die Zecke lecker schmeckt und alles auf einen High-Level bringen, was sie abschreckt 😎.

Funktioniert der Stoffwechsel deines Hundes optimal, werden die Toxine, wie Ammoniak, welches beim Aminosäurenabbau entsteht, via der Leber in Harnstoff umgebaut und über die Nieren ausgeschieden.
Bei einem gestörten Stoffwechsel oder einer Leberfunktionsstörung (Leber = Entgiftungsorgan) finden wir vermehrt Ammoniak im Organismus.

  • Die Leberfunktion kann unter anderem durch schlechte Ernährung, Wurmkuren, Impfungen, chemische Parasitenabwehr etc. beeinträchtigt werden.
  • Die Buttersäure, welche die Zecken auch lecker finden, werden von Corynebakterien, welche auf der Haut leben, produziert. Je mehr Buttersäure-Produzenten auf der Haut, desto mehr Buttersäure, desto leckerer riecht das Opfer für die Zecke.
    • die Vermehrung dieser Corynebakterien hängt davon ab, wie das Mikrobiom (Darmflora) aufgestellt ist. Diese Darmflora wird durch die Lebensweise stark beeinflusst. Da Spielt die Ernährung eine superwichtige Rolle und wie es um das Hautmilieu des Hundes steht.
  • Die Kohlendioxidbildung wird ebenfalls durch die Ernährung, durch Schadstoffe, Toxine etc. beeinflusst.

Mit diesem Wissen fällt es uns wie Schuppen von den Augen: eine chemische Zeckenprophylaxe kann nach hinten losgehen!

Jedes chemische Mittel schwächt die Immunabwehr – und los geht’s mit dem Teufelskreis. Und ganz wichtig zu wissen und das ist einfach Fakt: ein Hund ist auch mit der stärksten Chemiekeule nicht zu 100% vor einem Zeckenstich und einer möglichen Infektion geschützt 😥

 

Zecke entfernen

Sollte sich trotz allen Massnahmen, inkl. dem „lästigen“ Absuchen nach dem Spaziergang, ein Zecken-Untier an deinem Hund festgesaugt haben, hast du verschiedene Möglichkeiten, dieses aus der Haut zu holen.

  • Zeckenpinzette
  • Zeckenzange
  • Zeckenkarte
  • Fingernagel

Welches das idealste Werkzeug ist, kann ich nicht pauschal beantworten. Da musst du dasjenige benutzen, das dir am besten in der Hand liegt. Ich habe eine lange Zeckenpinzette und bin damit sehr zufrieden. Ich gebe zu, ab und an verwende ich tatsächlich meine Finger 🙄.
Du setzt das Werkzeug direkt an der Haut beim der Zecke an und ziehst das Viech heraus. Drehen nach links oder rechts wird nicht benötigt, da die Zecke kein Gewinde an ihrem Saugapparat hat 😎 – danach bringst du die Zecke um!

Auf keinen Fall sollten irgendwelche Flüssigkeiten, wie Öl, Haarspray, Leim etc. auf die Zecke geträufelt oder gespritzt werden, wenn sie noch in der Haut steckt. Sie stirbt zwar ab, jedoch kotzt 🤮 sie im Todeskampf eventuelle Erreger erst recht ins Blut.

Die Stichstelle kannst du mit einem Desinfektionsmittel abtupfen oder mit Manukahonig bestreichen. Ist um die Stichstelle eine Rötung zu sehen, sollte diese beobachtet werden. Klingt diese Rötung auch nach mehreren Tagen nicht ab, ist ein Tierarztbesuch sicher nicht verkehrt.

 

An meinen Hund lasse ich nur Natur

Mein Hund wird artgerecht und gesund ernährt und ich masse mir an zu sagen, dass sein Immunsystem auf einem High-Level läuft. Das kommt ihm auf jeden Fall zu Gute – Zecken und auch andere Parasiten, setzen sich lieber auf einen Wirt, welcher gesundheitlich angeschlagen ist, da sie da leichteres Spiel haben.
Ich setze NUR natürliche Mittel gegen Zecken ein. Mein Hund wird nach jedem Spaziergang abgesucht (hier habe ich natürlich einen Fellvorteil – Kurzhaar ist angenehmer, effektiver und schneller abgesucht als ein Langhaar).

  • Er trägt ein Bernsteinhalsband
  • Er bekommt Kokosfett ins Fell eingerieben
  • Ich benutze einen „Anti-Zecken-Spray“, welchen ich selber herstelle
  • Wir haben die Z-Snacks von „Tierliebhaber“ getestet und sind ab ihrer Wirkung begeistert
  • Er wird gesund ernährt – und ja, bei uns ist auch Knoblauch im Futter enthalten

Das ist unsere Anti-Zecken-Prophylaxe – ich habe das für mich und meinen Hund so entschieden und es fühlt sich gut an 🤩

 

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